BRK Flüchtingshilfe in NürnbergBRK Flüchtingshilfe in Nürnberg

Sie befinden sich hier:

  1. Informationen
  2. Geflüchtete in Nürnberg
  3. BRK Flüchtingshilfe in Nürnberg

Gemeinsam für und mit Geflüchteten

Kontakt

 

Projektkoordinator Freiwilligenarbeit und Ehrenamt in der Flüchtlingsarbeit

Herr Korbinian Frey

 

Sulzbacher Straße 42

90489 Nürnberg

 

Telefon: 0911/5301-113

Fax: 0911/5301-298

Nach dem Grundsatz der Menschlichkeit hat sich das Rote Kreuz dazu verpflichtet, menschliches Leiden überall und jederzeit zu verhüten und zu lindern. Doch was bedeutet das konkret? Wir bieten Geflüchteten Unterstützung in ganz unterschiedlicher Art.

Beratung von Geflüchteten

Foto: Anahi Weber / BRK Nürnberg-Stadt, Bild aus 2016

Der Kreisverband Nürnberg-Stadt betreut und berät Asylsuchende und anerkannte Flüchtlinge in 15 Gemeinschaftsunterkünfte in Nürnberg. Aktuell begleiten und unterstützen 11 Beratern*innen ca. 850 Geflüchteten (Stand: Sommer 2020). Im Jahr 2016 waren es zeitweise sogar 3500 Geflüchtete, die in insgesamt 18 Gemeinschaftsunterkünften und 5 Notunterkünften untergebracht waren. 

Die Mitarbeiter*innen der Sozialberatungsstellen bieten in der Regel täglich Beratungen an und fungieren als erste Ansprechpartner. Sie beraten vor Ort in sozial- und ausländerrechtlichen Fragen, leisten Hilfe beim Umgang mit Ämtern und Behörden, informieren über weiterführende Hilfsmöglichkeiten und vermitteln im Bedarfsfall an geeignete Fachberatungsstellen weiter.

Die Asylsozialberatungsstellen werden über das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration und Zuschüsse der Stadt Nürnberg finanziert..

Unterstützung bei der Erstversorgung und Unterbringung

Foto: Anahi Weber / BRK Nürnberg, Bild aus 2016

Neben der Sozialbetreuung übernamm der Kreisverband insbesondere in den Jahren 2014, 2015 und 2016 auch Versorgungsaufgaben,  stattet ankommende Flüchtlinge mit Kleidung und Hygieneartikeln aus, kümmerte sich um die Essensverpflegung und übernahm vielfach die vorbereitenden Arbeiten zur Unterbringung von Flüchtlingen (in Notunterkünften).

Mit der veränderten Zuwanderungssituation (d.h. ab dem Jahr 2017) ist die Erstversorgung und Unterbringung nicht mehr Teil unserer Aufgaben.

Ehrenamtliches Engagement für Geflüchtete

Foto: Anahi Weber / BRK Nürnberg, Bild aus 2016

Mit dem Anstieg der Flüchtlingszahlen und der fortwährenden Inbetriebnahme weiter Flüchtlingsunterkünfte ging zeitgleich ein kaum zu bewältigender  Anstieg der Anfragen hilfswilliger Menschen einher. Viele Bürger wollten möglich schnell mithelfen und bei der Ankunft und Aufnahme von Flüchtlingen unterstützen.

Der Großteil der hilfswilligen Menschen wurde in den Jahren 2014 und 2015 vor allem in dem Aufgabenbereich der Versorgung eingesetzt, insb. in die Essens- und Kleiderausgabe. Je nach den Möglichkeiten und dem Einsatz der jeweiligen hauptamtlichen Mitarbeiter vor Ort kamen Ehrenamtliche auch bereits im Bereich der Betreuung zum Einsatz. Aufgrund der Vielzahl der Hilfsangebote wurden seit September 2015 neue Helfer vermehrt in die soziale Betreuung (Patenschaften, Duetschförderung, Nachhilfe, Orgnaisation von Freizeitangeboten, etc.) mit eingebunden. Mitte 2016 engagierten sich an die 400 Menschen im Rahmen der BRK-Strukturen im Bereich Flüchtlingshilfe (In dieser Zahl von 2016 nicht mit inbegriffen sind die Mitglieder der Gemeinschaften, welche die Vorbereitung von Notunterkünften oder die medizinische Erstversorgung übernehmen). Dabei teilte sich die Anzahl jener, die im Bereich der Versorgung und jener, die im Bereich der sozialen Betreuung, aktiv sind, zu fast gleichen Teilen. Darüber hinnaus entstanden diverse ungebundene Helfer- bzw. Unterstützerkreise, mit denen wir eng zusammenarbeiten. In der damaligen Zeit ging es vor allem darum, Geflüchteten Unterstützung anzubieten, sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen und ein leichteres Einleben zu ermöglichen. Als Ratgeber, Kontakt- und Vertrauensperson trugen und tragen die Ehrenamtlichen dazu bei, Missverständnisse zu vermeiden und Ängste abzubauen sowie Anschluss zu finden.

Mit dem Rückgang der Flüchtlingszahlen hat sich das ehrenamtlichen Engagements gänzlich von der Notversorgung hin zur Betreuung und Begleitung von Flüchtlingen verschoben. Zum Januar 2019 gab es einen Rückgang auf 6072 Geflüchtete in Nürnberg, mit 5394 Personen in betreuten Einrichtungen. Wenngleich aufgrund der Auflösung von Gemeinschaftsunterkünften die statistischen Zahlen rückläufig sind, bleiben die Geflüchteten in an gleicher Stelle oder andernorts in Nürnberg wohnen und werden weiterhin von den ehrenamtlichen Helfern begleitet. Eine ehrenamtliche Betreuung findet daher häufig nach wie vor statt. Die Angebote der Ehrenamtlichen reichen von Kinder- und Hausaufgabenbetreuung, Begleitungen, Lern- und Sprachpatenschaften, über Deutschkurse und Kochgruppen bis hin zur Hilfe bei der Wohnungs- oder Jobsuche und werden so auch weiterhin benötigt.

Ehrenamtliches Engagemetn von Geflüchteten

Foto: Martin Reitmeyer / BRK Nürnberg-Stadt, Bild aus 2017

Neben der Vermittlung von Hilfsangeboten und der Unterstützung von Ehrenamtlichen werden Geflüchtete seit 2017 sukzessiv dabei unterstützt selbst aktiv zu werden und sich ehrenamtlich zu engagieren. Neben der Einbindung in bestehende Ehrenamtsstrukturen des Roten Kreuzes (Mitarbeit in der sozialen Arbeit oder im Sanitätsdienst) hat sich der Fokus mit dem Jahr 2018 dahin verschoben, Geflüchteten die Möglichkeit zu bieten ihre eigenen Fähigkeiten einzubringen. Es werden nicht nur niederschwellige Austausch- und Begegnungsorte geschaffen, sondern so hat sich die Koordiniierungstselle Flüchtlingshilfe des BRK zu einer Anlaufstelle für Geflüchtete entwickelt, eigene Ideen in konkrete Projekte und Vorhaben umzusetzen.

Zwar ist die große Zahl der Helfer rückläufig, allerdings engagieren sich nun vermehrt Geflüchtete selbst. Im Jahr 2019 waren 70 % der ehrenamtlichen Neuzugänge Migranten und Geflüchtete. Durch die spezielle und zielgerichtete Unterstützung, aus einer einfachen Idee ein gut funktionierendes Angebot zu entwickeln, werden mittlerweile mit Geflüchteten Kursformate, wie etwa „Kreatives Teppichknüpfen“, „Make-Up für Anfänger“ und „Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Mädchen und Frauen“, für Geflüchtete selbst sowie andere Teilnehmer angeboten.